Vor- und Nachteile

Die wichtigsten Vor- und Nachteile einer SSD gegenüber einer Festplatte

Einschaltverzögerung
Die SSD startet innerhalb weniger Millisekunden. So lange braucht sie, bis sie einen definierten Zustand erreicht und die interne Firmware startet. Eine Festplatte braucht nach dem Einschalten oder zum Aufwecken aus dem Standby-Modus immer einige Sekunden, bis ihre Datenscheiben mit der richtigen Geschwindigkeit rotieren.

Zugriffszeit
Die Festplatte muss erst ihre Schreib-Lese-Köpfe an die richtige Stelle bewegen und dann auch noch warten, bis der richtige Sektor unter dem Schreib-Lese-Kopf vorbeiläuft.
Eine SSD kann verzögerungsfrei von allen Speicherstellen Daten lesen und fast verzögerungsfrei schreiben. Die Krux am SSD-Prinzip: Auch wenn der Rechner nur eine winzigkleine Datei schreiben will, können diese Daten nur in einem größeren Block gespeichert werden. Das bedeutet, dass beim Schreiben einer 10 Byte großen Datei der Controller erst einen Block mit 64 KByte lesen muss, die 10 Byte austauscht und diesen Block dann wieder in einen vorher ungenutzten Bereich auf der SSD schreibt. Das passiert auch beim Anlegen einer neuen Datei: Dann wird ein halbvoller Cluster gelesen, die Daten logisch hinzugefügt, der neue Cluster in eine andere Speicherzelle geschrieben und der alte als „leer“ markiert. Trotz dieser umständlichen Prozedur sind SSDs weit schneller als Festplatten. Wirklich schnell sind SSDs beim Schreiben nur wenn man große Dateien am Stück in eine jungfräuliche SSD schreibt, im täglichen Praxiseinsatz brechen die Datenübertragungsraten schnell ein. Trotzdem ist eine SSD immer weit schneller als eine Festplatte.

Datentransferrate
Die Lese-Geschwindigkeit einer SSD kann in der Praxis bis zu 550 MByte pro Sekunde betragen. Preiswertere SSDs liefern zwischen 150 und 300 Mbyte pro Sekunde, was immer noch weit mehr als genügend ist. Die Schreibgeschwindigkeit – auch teurer SSDs – liegt typischerweise immer niedriger, je nach Typ kann sie auch „nur“ 100 – 150 MByte pro Sekunde betragen. In Benchmarktests speichern manche SSDs Daten nur mit maximalem Tempo, solange ihr Füllgrad 75 oder 80 Prozent nicht übersteigt. Andere SSDs bieten die maximale Schreibgeschwindigkeit nur in einem ein paar Minuten langen Burst, dann sinkt sie deutlich ab. In der Praxis merkt man diese Geschwindigkeitseinbrüche aber nicht.
Eine Festplatte, die 130 MByte pro Sekunde liefert, gilt schon als sehr schnell. Diese Geschwindigkeit erreicht sie aber nur, wenn sie nicht zwischendurch den Schreib-Lese-Kopf neu positionieren muss. In der Praxis erreicht man deswegen nur einen Bruchteil dieses Tempos.

Standby
Im Standby wird ein Massenspeicher genauso wie beispielsweise ein Fernseher nicht ganz ausgeschaltet, sondern in einen stromsparenden Ruhemodus umgeschaltet. Eine SSD wacht aus diesem Ruhemodus innerhalb von Millisekunden wieder auf, während eine normale Festplatte erst wieder ihre Magnetscheiben beschleunigen und den Schreib-Lese-Kopf kalibrieren muss, was im Regelfall zwei oder drei Sekunden dauert. Eine SSD wacht deshalb viel schneller aus dem Standby-Modus auf als eine Festplatte. Theoretisch geht eine SSD ständig in den Standby-Modus, wenn sie nicht gerade Daten verarbeiten muss, und das spart natürlich Energie.