Intel Optane – was sie wirklich bringt

„Intel® Optane™ Technologie verändert die Welt des Computing mit einer unvergleichlichen Kombination aus Geschwindigkeit, Robustheit und Dichte“, sagt das Marketing des amerikanischen Chipherstellers. Die Intel-Wunderwaffe hat viele Vorschusslorbeeren erhalten. Jetzt sollte es aber Zeit sein, sich nüchtern anzusehen, was Optane aktuell tatsächlich kann und soll.
Optane ist eine neue Speichertechnologie, die am ehesten mit einer SSD vergleichbar ist. Optane bietet gegenüber SSDs eine nochmals deutlich verbesserte Reaktionszeit, kann aber noch nicht mit gleichwertigen Speicherkapazitäten produziert werden. Massenspeicher auf Basis von Intel Optane sind deswegen vorerst keine eigenständige Laufwerke, sondern nur extrem schnelle externe Cache-Speicher für Festplattenlaufwerke. Gegenüber einem PC, der nur mit einer Festplatte ausgerüstet ist, merkt man dank Intel Optane auch wirklich enorme Geschwindigkeitsunterschiede, aber das gilt genauso auch für herkömmliche Cache-SSDs, die via Intel Rapid Storage eingebunden sind. Noch schneller wird der PC übrigens, wenn man ihn komplett auf SSD umstellt und nur noch große Datenmengen auf Festplatten speichert.
Die Systemvoraussetzungen für Intel Optane sind durchaus hoch: Sie brauchen einen i3-, i5- oder i7-Prozessor der jeweils siebten Generation, also der Kabylake-Reihe. Dieser muss auf einer Hauptplatine mit einem Chipsatz vom Typ Z270, Q270, H270, Q250 oder B250 sitzen. Weil Intel Optane vorerst nur als M.2-Modul erhältlich ist, muss auch ein entsprechender Steckplatz der Größe 2280 oder 2242 mit B- und M-Kodierung vorhanden sein. Das BIOS muss darüber hinaus Intel Rapid Storage 15.5 unterstützen.

Intel Optane ist aktuell nicht mehr als ein Festplattenbeschleuniger in M.2-Bauform.

Seltsamerweise beschreibt Intel sein neues Produkt als „Intel Optane Arbeitsspeicher“, wohlwissend, dass dieser aktuell mit dem normalem Arbeitsspeicher auf DDR-3- oder DDR-4-Basis überhaupt nichts zu tun hat. Sollte es möglich sein, einen PC nur mit Optane-Speichermodulen zu bestücken, so dass man auf normalen Arbeitsspeicher verzichten kann, wäre das wirklich ein Quantensprung. Dann könnte man immer das System aus- und einschalten ohne irgendwelche Verzögerungen. Aktuell ist Intel Optane aber nicht mehr als eine schnelle Puffer-SSD. Wenn Sie jetzt vor einer Anschaffung stehen, brauchen Sie auf Optane noch nicht zu achten. Wenn sie Ihren PC in zwei Jahren tauschen sollten, kann Optane eine Alternative sein, aber 2017 kommen Sie noch gut ohne Optane über die Runden.