Samsung: Erste SSD im BGA-Gehäuse

Samsung hat jetzt die erste SSD im BGA-Gehäuse angekündigt. Das liest sich ganz unscheinbar, ist aber durchaus sowas wie eine Sensation: Bisher musste man SSD-Massenspeicher via Festplattenkabel anschließen oder via M.2- oder PCIe-Anschluss direkt auf die Hauptplatine stecken. Die neue Samsung PM971-NVMe steckt in einem Ball-Grid-Array-Gehäuse, wie man es auch von Prozessoren oder anderen großen ICs kennt. Ein solcher Chip wird auf die Hauptplatine eines Computers geklebt und dann sehr kurz einer Temperatur von etwa 200 bis 300 Grad Celsius ausgesetzt. Dadurch schmelzen die winzigen Lötzinnkügelchen an der Unterseite und stellen elektrische Kontakte mit entsprechenden Gegenstellen auf der Platine her. Das heißt, eine solche SSD kann der Anwender nicht mehr wechseln oder selbst einbauen. (Das verhindert natürlich auch objektive Tests der einzelnen SSD, weil man immer die jeweilige Hauptplatine mittestet.) Tatsächlich richtet sich Samsung mit der PM971NVMe direkt an Computerhersteller, denen auch die gängigen Speichermodule wie M.2 noch zu groß sind.

In der Vergrößerung erkennt man deutlich die einzelnen Lötzinn-Kügelchen, die beim erhitzen mit den Kontaktstellen der Hauptplatine verschmelzen.

In der Vergrößerung erkennt man deutlich die einzelnen Lötzinn-Kügelchen, die beim erhitzen mit den Kontaktstellen der Hauptplatine verschmelzen.

In dem nicht mal 2 cm großen Chip stecken 18 einzelne Speicherchips.

In dem nicht mal 2 cm großen Chip stecken 18 einzelne Speicherchips.

Der Chip ist winzige 20 x 16 Millimeter groß und 1,5 Millimeter dick. Damit ist dieser Massenspeicher kleiner als eine SD-Speicherkarte, wie man sie vom Fotoapparat kennt. In dem Chip mit 512 GByte Kapazität stecken 16 winzige 48-lagige Flash-Speicherchips mit jeweils 256 Gigabit Kapazität, ein 0,5 GByte großer LPDDR4-RAM-Chip als schneller Cachespeicher und ein hauseigener Controller. Alternativ gibt es auch kleinere Modelle mit 256 GByte oder 128 GByte.

Miniaturisierung: Die neue SSD ist kleiner als alle Mitbewerber-Produkte. Selbst einbauen kann man sie aber nicht mehr.

Miniaturisierung: Die neue SSD ist kleiner als alle Mitbewerber-Produkte. Selbst einbauen kann man sie aber nicht mehr.

18 einzelne Flash-Speicherchips, ein normaler Speicherbaustein als Cache und der Controller stecken in dem 1,5 mm dicken Gehäuse.

18 einzelne Flash-Speicherchips, ein normaler Speicherbaustein als Cache und der Controller stecken in dem 1,5 mm dicken Gehäuse.

Weil die PM971NVMe nicht mehr per SATA-III-Schnittstelle angebunden wird, sondern via PCIe-Lanes auf der Hauptplatine, ist sie weit schneller als normale SSDs. Samsung verspricht aktuell Lesegeschwindigkeiten von maximal 1,5 GByte pro Sekunde und ein Schreibtempo von 0,9 GByte pro Sekunde. Der letztere Wert gilt aber nur mit dem sogenannten TurboWrite-Puffer, bei dem einige GByte anfangs als Single-Level-Cell beschrieben und die nachher umverteilt werden. In IOPS verspricht Samsung 190.000 beim Lesen und 150.000 beim Schreiben.